Seit Anfang 2025 arbeiten 15 europäische Partner im Projekt SIMIACCI an nachhaltigen Technologien zur Verbesserung der Raumluftqualität in Galerien, Bibliotheken, Archiven und Museen. Ziel ist es, den Schutz von Kulturgütern effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten. 

Seit Anfang 2025 arbeiten 15 europäische Partner im Projekt SIMIACCI an nachhaltigen Technologien zur Verbesserung der Raumluftqualität in Galerien, Bibliotheken, Archiven und Museen. Ziel ist es, den Schutz von Kulturgütern effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten. 

Innovative Lösungen für saubere Luft

SIMIACCI entwickelt neue Technologien, um Schadstoffe wie VOCs, NOx und H2S zu reduzieren: 

  1. Neue Materialien (Metal Organic Frameworks) zur Schadstoffabscheidung 
  2. Intelligente Sensoren & Prognosemodelle zur Echtzeit-Überwachung 
  3. Modulare Filtersysteme für nachhaltige Luftreinhaltung 
  4. Neue Geschäftsmodelle zur Markteinführung dieser Innovationen 

Europäische Zusammenarbeit für den Klimaschutz

SIMIACCI vereint führende Institutionen aus ganz Europa, darunter: 

  • Det Kgl. Bibliotek (Dänemark) 
  • Narodni Technicke Muzeum (Tschechien) 
  • Museum National d’Histoire Naturelle (Frankreich) 
  • Museus e Monumentos de Portugal EPE (Portugal) 
  • Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (Deutschland) 
  • Deutsches Museum (Deutschland) 

Mit Spitzentechnologie und internationaler Kooperation ebnet SIMIACCI den Weg für nachhaltiges Raumluftmanagement in der Kultur- und Kreativwirtschaft.

 

Trockene Raumluft – Belastung für Haut und Gesundheit

Trockene Raumluft ist in der kalten Jahreszeit ein häufig unterschätztes Problem. In vielen Wohn- und Bürosräumen fällt die relative Luftfeuchtigkeit dauerhaft unter 30 %, teilweise sogar unter 20 %. Die Kombination aus kalter Außenluft, die beim Lüften in die Räume gelangt, und warmer Heizungsluft verstärkt die Trockenheit zusätzlich.

Baustoffe und Wandmaterialien ohne Feuchte- und Temperaturpuffer verstärken den Feuchtigkeitsverlust in Räumen. Das wirkt sich nicht nur auf Atemwege, Schleimhäute und Augen aus, sondern auch auf die Haut: Sie wird spröde, trocken und rissig. Quälender Juckreiz oder verschlechterte Hautzustände bei Ekzemen können die Folge sein. Zudem erhöht trockene Luft die Staubbelastung und die Überlebensfähigkeit von infektiösen Viren in der Luft.


Prof. Dr. Robert Löwe: Hautgesundheit im Winter – Schrumpelig wie ein Apfel

Bei zu geringer Luftfeuchtigkeit verliert die Haut Feuchtigkeit, wird spröde, rissig und kann jucken – ähnlich wie die Oberfläche eines zu trocken gelagerten Apfels. Prof. Dr. Robert Löwe, Oberarzt an der Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien, empfiehlt eine relative Luftfeuchtigkeit von 40–60 %. Darunter leiden Haut und Schleimhäute deutlich, bestehende Hautprobleme wie Ekzeme oder trockene Lippen verschlimmern sich, und die Haut wird empfindlicher gegenüber belastenden Einflüssen.


Tipps für gesunde Raumluft und Haut in der Heizsaison

Richtig lüften: Kurz und intensiv lüften, statt dauerhaft gekippter Fenster. Ein kompletter Luftaustausch alle Stunde ist effektiver und energieschonender.

Luftfeuchtigkeit erhöhen: Pflanzen aufstellen, feuchte Wäsche in der Wohnung trocknen, Badezimmer regelmäßig entlüften oder Luftbefeuchter verwenden. Hygienisch arbeiten und Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer überwachen.

Bauweise beachten: Beim Neubau oder bei Renovierungen auf wärme- und feuchtigkeitsregulierende Materialien setzen, z. B. hochwertige Ziegel, Kalkputze oder diffusionsoffene Farben.

Ernährung und Hydratation: Ausreichend Wasser und Tee trinken, frisches Obst und Gemüse fördern die Hautfeuchtigkeit von innen.

Gemäßigt heizen: Die ideale Temperatur für Wohn- und Büros liegt bei 20–22 °C. Wärmere Kleidung ist besser als überheizte Räume.

Messinititative von MeineRaumluft: Eine breit angelegte Umfrage unter Büromitarbeitenden in Deutschland zum Thema Raumluftqualität und deren Auswirkungen legte nahe, dass sich diese Probleme auch quer durch Österreichs Bürolandschaft ziehen. Dem ging nun erstmals eine Kooperation mehrerer Institutionen nach, initiiert von der Plattform MeineRaumluft.

Es wurden qualitative Messungen der Raumluftqualiät in 100 heimischen Büroräumen durchgeführt. Diese kostenfreien und anonymen Messungen wurden in Zusammenarbeit der Plattform MeineRaumluft.at sowie dem OETI (Institut fuer Oekologie, Technik und Innovation) angeboten. Unternehmen in Ostösterreich konnten sich für die Messaktion anmelden. Für diese anspruchsvolle Form der Raumluftmessungen ist OETI auf die ISO 16000 Teil 2,3,6,9 und 11 sowie die EN 16516 akkreditiert. Die Messungen fanden durch geschultes Technikpersonal von 16. April 2024 bis 17. Juni 2024 statt. Rechtzeitig zur Heizsaison liegen nun die ausgewerteten Ergebnisse vor.

Wichtige Ergebnisse:

  • Luftfeuchtigkeit: In 25,3 % der Büros wurde eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit gemessen, was Augenreizungen und Atemwegsprobleme verursachen kann.
  • TVOC (flüchtige organische Verbindungen): In 15 % der Büros wurden auffällige Konzentrationen festgestellt, die Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme fördern können.
  • Formaldehyd: Erhöhte Werte wurden nicht festgestellt.
  • Feinstaub: Die WHO-Grenzwerte für PM2,5 wurden in keinem Fall überschritten.
  • Messergebnisse: im Detail

Fazit: Rund 72 % der befragten MitarbeiterInnen berichteten von Symptomen wie Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche, was die Wichtigkeit einer besseren Raumluftqualität in Büros unterstreicht.

Heinz Fuchsig, Arbeits- und Umweltmediziner empfiehlt für die Wintersaison, ungenutzte Geräte abzuschalten und den Sparmodus zu aktivieren, da bei der Erwärmung Weichmacher, Flammhemmer und andere Chemikalien freigesetzt werden. Außerdem sollte ausreichend, aber nicht übertrieben gelüftet werden, und die Luftfeuchtigkeit sollte nicht unter 30 % fallen, um steigenden Krankheitsständen vorzubeugen.

Die Risikobewertung von Schadstoffen erfolgt meist einzeln, wobei jede Chemikalie separat geprüft wird. Ich appelliere an die Gesundheitsforschung, auch die Auswirkungen von Schadstoff-Mischungen, Stichwort Cocktail-Effekt, intensiver zu untersuchen und entsprechend breit zu kommunizieren, Peter Skala, Plattform MeineRaumluft.

 

Der 15. Klima-Tag des FGK bot eine Plattform für den Austausch zwischen Mitgliedern sowie Experten aus Planung, Anlagenbau, Komponentenherstellung, Politik und Wissenschaft.

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Mit der Fahrt ins Urlaubsparadies wird auch das Wohlbefinden und die Sicherheit von FahrerInnen und BeifahrerInnen gefährdet.

MeineRaumluft warnt vor den Gesundheitsrisiken beim Autofahren und gibt praktische Tipps für eine gesündere Fahrt in den Sommerurlaub.

Experten warnen vor der steigenden Umweltbelastung durch Luftschadstoffe aufgrund des zunehmenden Autoverkehrs, besonders in der bevorstehenden Sommerreisezeit, wenn viele Urlaubsreisende viele Stunden im Auto verbringen, um ihre Reiseziele zu erreichen. Neben sicherem Fahrverhalten ist auch die Luftqualität im Fahrzeuginneren entscheidend.

Autofahrer sind hohen Belastungen durch biologische und chemische Schadstoffe sowie extreme Klimabedingungen ausgesetzt, was zu Unkonzentriertheit und schneller Ermüdung führen kann und somit das Unfallrisiko erhöht. Ein falscher Einsatz der Klimaanlage im Urlaub kann zudem zu Gesundheitsproblemen oder Verspannungen führen, besonders wenn die Anlage nicht richtig gewartet wird und die Schadstoffkonzentration im Fahrzeuginneren steigt.

Prof. Joseph Strauss von der Universität für Bodenkultur warnt davor, dass schlecht gewartete Klimaanlagen in Kombination mit hohen Außentemperaturen zu extremen klimatischen Bedingungen im Auto führen können.

Schadstoffe wohin man atmet

Die Verkehrsschadstoffe wie Feinstaub und Stickstoffdioxid belasten das Fahrzeuginnere erheblich, besonders beim Anfahren steigen die Werte stark an und gelangen über das Gebläse und offene Fenster ins Auto.

Darüber hinaus tragen Materialien im Fahrzeuginneren selbst zur hohen Schadstoffbelastung bei. Zu diesen gehören Polybromierte Diphenylether (PBDE), die als Flammschutzmittel in Kunststoffen verwendet werden, sowie Weichmacher wie Phthalate in PVC-Materialien. Diese Schadstoffe befinden sich in Sitzbezügen, Lenkrädern, Armaturen, Armlehnen und Kabelisolierungen und werden von den Insassen eingeatmet oder über kontaminierten Staub aufgenommen. Einige dieser Schadstoffe sind auch für den charakteristischen Neuwagengeruch verantwortlich.

Klimaanlagen helfen, aber Achtung

Die umweltfreundlichste Fahrzeugfarbe und Verglasung bieten im Sommer bei hohen Temperaturen keinen Ersatz für den Kühlungseffekt einer Klimaanlage. Allerdings kann eine voll aufgedrehte Auto-Klimaanlage nicht nur die Umwelt belasten, sondern auch die Gesundheit der Insassen beeinträchtigen. Manuela Lanzinger von DIE UMWELTBERATUNG warnt, dass zu niedrig eingestellte Innentemperaturen durch Klimaanlagen Erkältungen begünstigen können. Höhere Temperaturen im Auto sind sowohl für das Klima als auch für die Gesundheit besser.

Vor Fahrtantritt wird empfohlen, die gewünschte Temperatur sowie das Programm zur Luftverteilung und Gebläsestärke einzustellen. Bei Halbautomatik-Systemen ist es effektiv, das Gebläse zunächst hochzufahren und dann stufenweise zurückzuschalten. Ein paar Minuten vor Fahrtende sollten Fahrer das Kühlsystem ausschalten und das Gebläse weiterlaufen lassen, um Keim- und Geruchsbildung durch Restfeuchtigkeit im Lüftungssystem zu vermeiden.

Appell an Autofahrerklubs

Peter Skala, Plattform MeineRaumluft, appelliert an die Autofahrerklubs, die Bedeutung der Luftqualität im Fahrzeug umfassend zu kommunizieren. Es reicht nicht aus, die Verkehrssicherheit allein auf Sicherheitsgurte, Airbags und das Rauchverbot im Fahrzeug zu beschränken. Eine Vielzahl weiterer negativer Einflussfaktoren wie VOCs, Feinstaub, Schimmel, Bakterien und ihre Gerüche können das Autofahren zu einer Gesundheitsgefahr machen. Diese können Sinneswahrnehmung, Aufmerksamkeit, Koordination und Kombinationsfähigkeit beeinträchtigen und somit die Verkehrssicherheit für Fahrer, Beifahrer und andere Verkehrsteilnehmer gefährden.

Skala betont, dass das Rauchverbot im Auto nur als erster Schritt betrachtet werden sollte. Weder die EU noch die Nationalstaaten behandeln die Thematik der Innenraumluft ausreichend, da es keine verbindlichen Grenzwerte für Schadstoffe im Auto-Innenraum gibt. Obwohl es Richtlinien gibt, sind Hersteller nicht verpflichtet, Warnhinweise anzubringen.

Solange es keinen verbindlichen Grenzwert gibt, empfiehlt MeineRaumluft.at, sich bei Automobilklubs zu informieren und bietet selbst wertvolle Tipps zur Selbsthilfe an.

Tipp1: Sofern überhaupt möglich, solle man eine möglichst große Distanz zum Vorderfahrzeug lassen
Tipp2: Am besten senkt man die Schadstoffbelastung, indem man die Fenster schließt und die Lüftung abstellt oder für kurze Zeit auf Innenzirkulation dreht.
Tipp3: Beim Parken eine Sonnenschutzblende auf der Innenseite der Frontscheibe platzieren. Die Hitze wird gesenkt, weniger Schadstoffe dünsten aus den Materialien in die Luft des KFZ Innenraumes.
Tipp4: Um Reisehitze zu bewältigen, muss nicht nur die Temperatur im Wagen stimmen. Viel aber nicht zu kaltes Wasser trinken, Pausen machen.
Tipp5: Nach längerem Rasten oder Parken in der Sonne zuerst lüften und mit dem Einschalten der Klimaanlage warten, bis sich die Armaturen etwas abgekühlt haben.
Tipp6: Ist die Lüftung ausgeschaltet, liegt die Belastung der Autoinnenluft an den Ampeln, im Stau weit unter jener der Außenluft.
Tipp7: Luftfilter-Leistung für den KFZ Innenraum überprüfen und regelmäßig austauschen sowie gelegentlich die Klimaanlage reinigen lassen, da mit der Zeit die Anlage zur Schleuder für Schimmelsporen, Bakterien und Viren werden kann.